Full Testimony
 Biblical analysis
 Short Version
Anfänge
Im November 1972, als ich 22 Jahre alt war, hätte ich mir nie vorstellen können, wie mich die Ereignisse der nächsten zwei Jahre verändern würden. Über diese Ereignisse möchte ich nun im Einzelnen berichten:
Anfang des Monats beschloss meine Freundin, sich mit einem anderen Mann zu befreunden. Unsere Beziehung bestand erst seit ein paar Monaten und half mir, mit dem Trinken aufzuhören. Ich hatte kein Verlangen mehr nach Alkohol. Meine Freundin hatte nie vor, eine dauerhafte Beziehung mit mir einzugehen, dennoch musste ich zwei Wochen Urlaub nehmen und mich bei meiner Tante von dem Schmerz und dem Gefühl der Ablehnung zu erholen. Ich war erstaunt, wie sehr mir dieses Erlebnis meine ganze Energie raubte, da ich sonst ein sehr aktiver Mensch war. Trotz allem blieb ich trocken und entschloss mich, einen Ersatz für meine Freundin zu suchen - ich wollte mehrere Freundinnen in verschiedenen Städten haben. Wenn also eine mit mir Schluss machte, konnte ich die gefühlsmäßigen Folgen einer weiteren möglichen Ablehnung um 25% reduzieren, so meinte ich jedenfalls.

Woran ich früher glaubte
Zu jener Zeit war ich auch auf so etwas wie einer persönlichen Suche nach geistlichen Dingen. Ich hatte über verschiedene Formen geistlicher Erfahrung, die nichts mit dem christlichen Glauben zu tun haben, gelesen und sie auch ausprobiert. Aus dem Religionsunterricht auf den verschiedenen Schulen wusste ich, dass Gott eine Art Vaterfigur ist. Ich zweifelte nicht daran, dass Jesus Christus sein Sohn ist, der auf wundersame Weise gezeugt und von einer Jungfrau geboren wurde. Auch zweifelte ich nie daran, dass Jesus gekreuzigt wurde und danach von den Toten auferstand. Ich hatte kein Problem damit, die ersten vier Bücher des Neuen Testaments als Tatsache zu betrachten, aber das war auch schon alles, woran ich glaubte. Regelmäßig sagte ich das Vater Unser (etwas abgeändert) auf und las jeden Abend drei Kapitel in der Bibel, sogar wenn ich ‚sturzbetrunken' war und die Worte vor meinen Augen verschwammen. Irgendwie dachte ich, dass es mir gut tun würde, obwohl ich nicht viel von dem verstand, was ich las. Ich hatte also einen gewissen Hang zum Religiösen. Meine Glaubensansichten hatten jedoch keinen Einfluss auf mein Leben und mein Verhalten unterschied sich nicht von dem meiner Altersgenossen - außer dass ich mich vielleicht etwas exzentrischer verhielt. Zwanzig Jahre später entdeckte ich, dass meine Exzentrik mir wohl eher angeboren und nicht anerzogen war - uns Menschen ist mehr angeboren, als mir zunächst bewusst war. Was jedoch Gott angeht: Für Ihn war meine leichte Exzentrik nie ein Thema.
Zu dieser Zeit stand mir ein arbeitsfreier Tag pro Woche zur beruflichen Weiterbildung zur Verfügung. (Junge Menschen konnten einen Tag pro Woche auf eine weiterbildende Schule gehen, um eine für die Arbeit relevante Qualifikation zu erwerben.) Nachdem ich im November zwei Wochen bei meiner Tante gewesen war, besuchte ich wie gewöhnlich an einem Dienstag die technische weiterbildende Schule und kam mit einem christlichen Mädchen ins Gespräch, das denselben Kurs besuchte. Damals konnte ich nichts Besonders daran finden, Christ zu sein. Außerdem dachte ich, dass ich sowieso selbst Christ sei. Ich erzählte ihr, dass ich vorhatte, mit der transzendentalen Meditation zu experimentieren. Allerdings wollte ich mich noch am Donnerstagmorgen, bevor ich mit meinen spirituellen Experimenten anfing, vom örtlichen Pastor taufen lassen (in dieser Kirche ist es Brauch, einen Finger ins Wasser zu tauchen und dann die Stirn des Täuflings damit zu berühren). Sie sagte, dass sie für mich beten wolle, - mir kam es zu dieser Zeit sehr seltsam vor, so etwas zu sagen - und dass ich die transzendentale Meditation unbedingt sein lassen solle. Ich lud sie zum Essen ein. Sie war einverstanden, wenn ich dafür am Sonntag mit ihr in die Kirche ginge.

Bekenntnis
Wie geplant, nahm ich mir am Donnerstagmorgen ein paar Stunden frei, um mich taufen zu lassen. Der Pastor hielt den Gottesdienst, an dem auch der Küster als Zeuge zugegen war (Ein Küster ist so etwas wie ein Hausmeister und Verwalter des Kirchengebäudes). Ein Teil des Gottesdienstes bestand darin, einige Glaubenssätze zu bekennen. Das tat ich ganz ehrlich, indem ich sie vor Gott und der geistlichen Welt (die gegenwärtig um mich herum war, so glaubte ich) aussprach. Die Worte, die ich sagen sollte, waren den Tauf- und Konfirmationsgottesdiensten des Gebetsbuches entnommen. Ich glaube, der Pastor hatte den Gottesdienst genau auf meine besondere Situation zugeschnitten, da ich erwachsen war und nach der Tradition dieser Kirche normalerweise nur kleine Kinder getauft werden. Einer meiner Glaubenssätze war Folgender: „Ich will dem Teufel und all seinen Werken entsagen und immer Gottes heiligem Wort glauben, gehorsam Seine Gebote halten und als Soldat Christi leben." Als ich die Kirche verließ, spürte ich ohne Zweifel, dass sich etwas Bedeutsames ganz sacht in meinem Leben verändert hatte, und dass meine Handlung nicht unbemerkt geblieben war. Obwohl ich es damals nicht verstand, hatte Gott mein Bekenntnis während des Taufgottesdienstes ernst genommen.
Ich ging wie vereinbart mit meiner neuen Bekannten am Samstagabend zum Essen. Wir sprachen über vieles und dabei skizzierte ich ihr auch, was mir bei einer Ehefrau wichtig sei. (Sie sagte mir später, dass sie sich fragte, ob dies eine Verabredung oder ein Bewerbungsgespräch sei, um meine Ehefrau zu werden!) Sie stellte jedoch klar, dass sie nicht nach einem Ehemann suchte, da sie erst 20 Jahre alt war. Nun gut, ich hielt mein Versprechen und besuchte an jenem Sonntag ihre Kirche. Ich wusste damals sehr wenig über die verschiedenen christlichen Konfessionen oder deren Geschichte. (Während der Gespräche mit dem Pastor, der mich getauft hatte, merkte ich an, dass das Neue Testament nicht mit den Strukturen seiner Kirche übereinzustimmen und ihm sogar in manchen Fällen zu widersprechen schien. Warum gab es zum Beispiel einen Altar in der Kirche? Der Altar war doch eigentlich nach der Kreuzigung überflüssig geworden, weil Jesus das endgültige Opfer brachte. Die Tieropfer davor waren einfach nur ein Bild für die Juden, um ihnen zu zeigen, was wirklich nötig sein wird, um sie mit Gott wieder zu versöhnen. Warum gab es statt dessen nicht vielmehr einen Abendmahlstisch, um den herum die Versammlung sitzen konnte wie beim letzten Abendmahl, so wie es das Neue Testament beschreibt, usw.?) Als ich an jenem Sonntag die Kirche meiner Freundin betrat, sah ich zu meinem Erstaunen einen Abendmahlstisch in der Mitte der Kirche, um den herum die Versammlung in einem Halbkreis saß - statt Kerzen gab es in der Mitte des Tisches einen Kelch und einen Teller, fast so wie es meiner Vorstellung nach sein sollte!
Nach diesem Sonntag begannen meine christliche Freundin und ich uns regelmäßig zu treffen. Sie fing dann an, einige falsche Auffassungen richtig zu stellen, die ich über den christlichen Glauben hatte. Als ich sah wie sie und ihre Freunde beteten und erwarteten, dass ihre Gebete erhört werden, und als ich sah, dass ihre Gebete tatsächlich erhört wurden, beschloss ich, dass alle Bücher des Neuen Testaments auch auf mein Leben unmittelbare Auswirkungen haben sollten. Am Wichtigsten war, dass ich erkannte, wie entscheidend Jesu Gebot war, dass wir in unserer Haltung gegenüber Gott wie die kleinen Kinder sein sollten. Jesus sagte, dass wir das ‚Reich Gottes' nicht sehen würden, wenn wir nicht wie die Kinder werden. Ich nahm also diese Haltung an, da ich mir überlegte, dass ich nichts von Gott erwarten konnte, wenn ich nicht genau seinen Anweisungen folgte (außer dort, wo es sich um einen eindeutigen Fall von Übertreibung handelte, um einen Sachverhalt klar zu machen - es gibt zum Beispiel keinen Bericht über einen Christen, der sich seine Hand abhackte, um nicht in Versuchung zu fallen). An dieser Stelle gab mir meine neue Freundin ein Buch, das Menschen ansprechen sollte, die etwas über den christlichen Glauben erfahren wollten. Dieses Buch handelte davon „gerecht vor Gott zu sein" - ganz einfach gesagt, beschreiben diese Worte den Zustand, eine klare und offene Beziehung zu Gott zu haben und Seinen Anweisungen zu folgen. Wenn ich wirklich mit Gott in eine Beziehung treten wollte, so verstand ich es beim Lesen dieses Buches, dann würde diese Beziehung ganz auf Seinen Bedingungen basieren müssen. Da Er ja ein Gott der Liebe und Weisheit ist, überlegte ich mir, dass ich nichts zu befürchten hatte, mit Ihm auf dieser Grundlage in Beziehung zu treten, obwohl mich immer noch so etwas wie eine irrationale Angst vor dem Ganzen verfolgte.

Wiedergeboren
Eines Abends, gegen Ende November des Jahres 1972, kniete ich in meinem Schlafzimmer nieder und übergab mein Leben Jesus. Ich gestand Ihm ein, dass ich in mir nichts Gutes sah, dessen ich mich rühmen konnte. Auch konnte ich nichts vorweisen, was ich getan hatte, um mich auf irgendeine Weise vor Ihm zu rechtfertigen, und vieles, was ich getan hatte, machte mich eher zu Seinem Feind als zu Seinem Freund - ich gab Ihm vollkommen Recht, durch und durch ein Sünder zu sein. Ich bat Ihn darum, mir alles zu vergeben, was ich getan hatte. Ich akzeptierte, dass Er in die Welt kam, die Er geschaffen hatte, auf wunderbare Weise gezeugt und von einer Jungfrau geboren wurde, dass Er als Mensch auf der Erde lebte und für mich misshandelt und hingerichtet wurde. Ich begriff, dass Gott nichts mit der Sünde zu tun haben kann, deshalb musste jemand für sie bezahlen. Ich bat Ihn darum, ganz und gar die Herrschaft über mein Leben zu übernehmen und mein Herr und Heiland zu sein. (Heiland bedeutet Retter). (Das altmodische Wort für all dies ist Reue, was genau gesagt, meine Absage an alles Böse mit einschließen muss. Dies hatte ich bereits in dem zuvor beschriebenen Taufgottesdienst getan.) Ich bat Gott auch, mich vor einigen Dingen zu bewahren, vor denen ich mich fürchtete, aber dies war keine Bedingung meinerseits. Ich hatte mich entschieden, Ihm bedingungslos zu vertrauen. Und ich bat Ihn um eine Frau, mit der ich mein Leben teilen, und die ich lieben und versorgen konnte. Das war der Kern meines Gebetes.
Was als Nächstes geschah, kam völlig unerwartet. Direkt nach meinem Gebet, spürte ich die starke Gegenwart von jemandem, der sehr alt zu sein schien, sogar noch älter als die Zeit. Er war voll von unergründlicher Weisheit und hatte große Kraft. Obwohl ich Ihn mit meinen Augen nicht sehen konnte, schien es mir, als würde Er etwa einen Meter entfernt vor mir stehen. Obgleich ich Ihn nicht kannte, kannte Er mich. Ich spürte, wie Er direkt in meine Seele hineinsah, so als sei sie eine Masse aus durchsichtigem Glas und ich fühlte, dass Er mich kannte und mich und meine Beweggründe unermesslich tief verstand, weitaus besser, als ich selbst sie verstand. Er zeigte mir, dass Er mich schon kannte, bevor ich geboren wurde und noch bevor Er die Welt erschaffen hatte. Worte reichen nicht aus, um zu beschreiben, was geschah; es war äußerst gewaltig, beängstigend und wunderbar zugleich. Fünf Dinge tat er dabei für mich: Er vergab mir vollständig alle meine Sünden, die ich jemals begangen hatte. Er erfüllte mein Inneres mit Licht - überall dort , wo ich vorher das Gefühl hatte, in völliger Dunkelheit zu sein. Er zeigte mir, dass ich schon ewig gelebt hatte bevor die Welt entstand und in alle Ewigkeit weiterleben würde. Er nahm mir die Todesangst, die mich seit meiner Kindheit geplagt hatte. Diese Angst ist seitdem nie wieder gekommen. Er öffnete mein Verständnis für die Bibel. Als ich im Neuen Testament las, das vor mir auf dem Bett lag, merkte ich, dass ich es verstehen konnte, so als ob jedes Wort klar und persönlich an mich gerichtet sei. Sogar der Druck schien mir klarer zu sein!
Von da an verbrachte ich jeden Abend Zeit damit, das Neue Testament zu studieren und zu beten - dies war keine lästige Aufgabe, sondern Nahrung für meine Seele. Aufgrund dieser Erfahrung und da Gott im Neuen Testament verspricht, Gebete zu erhören, betete ich mit großer Erwartung. Ich erlebte, dass viele meiner Gebete sich erfüllten und auf unerwartete Weise erhört wurden. Die Erfahrung der Vergebung war sehr stark. Einmal war sie so tief, dass ich den Eindruck hatte, als ob ich noch nie in meinem Leben gesündigt hätte. Alle meine Fehltritte waren völlig weggewaschen worden. Damals sprach ich mit einem anderen Christen darüber, und er hatte genau dasselbe erfahren. Meine neue Freundin und ich verlobten uns sechs Wochen später.

Öffentliches Zeugnis
Jesus sagt im Neuen Testament, dass Seine Nachfolger öffentlich ihre Loyalität zu Ihm bekennen müssen, und wenn sie herausgefordert werden, sollen sie darauf vorbereitet sein, ihren Glauben zu begründen. Wenn sie Ihn verleugnen, würde Er sie auch verleugnen. Überall wohin ich ging, trug ich eine Plakette auf der stand: ‚Lächle, Jesus liebt dich'. Man gab mir auch bei vielen Anlässen die Gelegenheit, öffentlich zu erzählen, wie tiefgreifend Jesus mein Leben verändert hatte. Ich blieb in jeder Hinsicht bei meiner Überzeugung, im öffentlichen Leben, im Haus meines Vaters und auf meinem Arbeitsplatz - mit einigen interessanten aber vorhersehbaren Folgen!

Getauft im Heiligen Geist

Im Januar oder Februar 1973 beschloss ich, nun da ich Christ geworden war, einige der übernatürlichen Erfahrungen, wie sie in der Bibel beschrieben werden, auch in meinem eigenen Leben zu erwarten. Ich hatte über die plötzliche Fähigkeit in einer anderen Sprache, nicht der Muttersprache, zu sprechen, gelesen, wie es in der Apostelgeschichte und in einigen Briefen des Paulus im Neuen Testament erwähnt wird. Also kniete ich wie gewöhnlich in meinem Zimmer nieder und nannte Jesus drei Gründe, warum ich diese Fähigkeit für mich selbst erfahren wollte. Ich erinnere mich nur noch an einen Grund, den ich Ihm nannte: Ich wollte die Fähigkeit haben, in Zungen zu sprechen, um mich täglich greifbar daran zu erinnern, dass Er meinen Glauben anerkannt hatte. Sobald ich Jesus um diese Fähigkeit gebeten hatte, hörte ich deutlich ein Flüstern wie von Hunderten von Stimmen, die in einer Entfernung von etwa 30 Metern hinter mir und rechts von mir alle gleichzeitig redeten. (Mein Zimmer war im ersten Stock des Hauses und die Stimmen schienen von irgendeinem Punkt auf derselben Höhe wie mein Zimmer zu kommen, aber von draußen im Garten. Es schien, als ob das Haus keine Mauern hätte, die verhinderten, dass der Klang hindurchkam.) Voll Staunen und einem Gefühl gespannter Erwartung wartete ich dort auf meinen Knien mit geschlossenen Augen, während die Stimmen näher kamen und lauter wurden. Innerhalb von etwa fünf Sekunden war ich vollständig von Stimmen umgeben. Es fühlte sich an, als ob ich inmitten einer kleinen Menschenmenge wäre, die alle gleichzeitig laut flüsterten. Ich öffnete meinen Mund, um zu sprechen und bemerkte sofort, dass ich fließend in einer Sprache redete, die mir völlig unbekannt war. Ich konnte willentlich anfangen und aufhören in dieser neuen Sprache zu sprechen, ebenso wie man sich entscheidet aufzustehen und zu gehen oder sich hinzusetzen. Seither habe ich diese Fähigkeit und ich gebrauche sie im Gebet. Die Art und Weise wie ich die Fähigkeit, in Zungen zu sprechen, erhielt, war wirklich ziemlich ungewöhnlich - bisher habe ich noch niemanden getroffen, der eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.

Anmaßung
Nachdem ich also diese Fähigkeit erhalten hatte, schlug ich dem Herrn vor, dass es eine gute Idee sei, wenn Er es mir auch ermöglichen würde, ebenso gut Deutsch zu sprechen. Wenn ich dann hinunter ins Arbeitszimmer meines Vaters ginge (mein Vater sprach fließend Deutsch) und anfinge Deutsch zu sprechen, dann müsste er doch an Gott glauben! Ich bat den Herrn um diese Fähigkeit, und ohne auf eine Antwort zu warten, ging ich direkt zu meinem Vater hinunter. Als er aufblickte um zu sehen, was ich wollte, öffnete ich meinen Mund, um meine neue Sprache zu sprechen und erwartete, dass Gott mein Gebet erhört hatte. Was herauskam, war kein Deutsch, sondern meine neue Gebetssprache, die der Herr mir ursprünglich gegeben hatte! „Was ist das?" , fragte mein Vater, „Kauderwelsch!?" „Es sollte eigentlich Deutsch sein", antwortete ich. Mein Vater hielt mir dann eine Vorlesung darüber, wie viel harte Arbeit ich in das Erlernen einer neuen Sprache investieren müsse etc., etc.. Ich machte mich auf den Weg zurück zu meinem Zimmer mit dem Gefühl, einen Kopf kürzer zu sein und betrachtete dies als meine erste Lektion über Anmaßung. Es dauerte noch weitere 17 Jahre, bevor ich versuchte Deutsch in der herkömmlichen Weise zu lernen. Wie mit allem, was ich in Angriff nehme, betete ich dafür und erhielt sehr viel Hilfe. Der Zeitpunkt war so gewählt, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen konnte, nachdem ich meine Stelle als Wissenschaftler in der Industrie verloren hatte.

Wunder
Ein weiteres übernatürliches Ereignis hatte mit meinem Auto zu tun. Diesmal musste ich zu einem Vorstellungsgespräch für eine neue Arbeitsstelle, aber mein Austin 'Minivan' sprang nicht an. Nachdem ich mehrfach versucht hatte, ihn zu starten, war die Batterie fast leer. Also ließ ich ihn eine halbe Stunde stehen, damit er sich etwas erholen konnte und bat Gott, mir beim Starten meines Wagens zu helfen. Ich versuchte es immer wieder. Der Motor drehte sich ein paar Mal, bis er völlig verstummte. Die Batterie war jetzt tatsächlich leer. Daraufhin versteckte ich mich im Hauseingang, wo mich niemand sehen konnte und wurde richtig wütend auf Gott. Er versprach doch schließlich in der Bibel, dass Er alles, worum wir in Jesu' Namen bitten, erhören würde und alles, soweit ich das verstand, schloss auch mein Auto mit ein! Ich ging noch zwei weitere Male hinaus, um das Auto anzulassen. Es blieb immer noch stumm - mein Auto hätte genauso gut gar keine Batterie haben können. Nachdem ich zum Hauseingang zurückgekehrt war und die Tür hinter mir geschlossen hatte, flehte ich Gott wieder dringend um Hilfe an. Ich kam heraus und versuchte nochmals den Motor anzulassen. Als ich diesmal den Schlüssel umdrehte, schien es, als ob der Motor mit einem Kraftwerk verbunden sei - er drehte sich etwa drei Sekunden lang mit einer hohen Umdrehungszahl und sprang dann an. Meiner Meinung nach gibt es keine schlüssige Erklärung, warum mein Auto sich so verhalten hat, außer dass Gott mein Gebet erhört hatte. (Ich kenne mich mit der chemischen Zusammensetzung von Batterien aus.) Die Tatsache, dass es nun zu spät war, zu meinem Vorstellungsgespräch zu gehen, war für mich ein Zeichen, dass Gott diese Arbeitsstelle nicht für mich vorgesehen hatte.

Was geschah, als die Stimme Gottes zu meinem Herzen sprach und ich sie nicht befolgte
Etwa zur selben Zeit musste ich mein Auto reparieren, wobei ich eine sehr starke Feder zusammenpressen musste, die von einer gusseisernen Unterlegscheibe gehalten wurde. Die Unterlegscheibe war gebrochen und musste ausgetauscht werden. Ich verwendete zwei Schraubzwingen, um die Feder zusammenzudrücken, damit ich die Unterlegscheibe entfernen konnte. Als ich die Schraubzwingen an der Feder anbrachte, kam mir der Gedanke in den Sinn, die Schraubzwingen zu ölen. Ich ignorierte diesen Ratschlag und fuhr fort die Schrauben festzudrehen. Aber eine der Schraubzwingen rutschte ab und die Feder schleuderte die Unterlegscheibe auf meine Brille. Meine Brille zerbrach und Scherben gerieten in meine Augen. Ich ließ den Startermotor, an dem ich gerade gearbeitet hatte, fallen und rannte zur Haustür, hatte Probleme mit dem Schlüssel und verjagte unseren Hund, der mich begrüßen wollte, so als ob er mich ein ganzes Jahr lang nicht gesehen hätte. Schließlich schaffte ich es, bis zum oberen Badezimmer, um die Scherben aus meinem Auge zu waschen. Als ich den Herrn fragte, warum Er dies geschehen ließ, war Seine direkte Antwort ganz einfach „weil ich dich liebe". Als ich die Arbeit an meinem Auto beendet hatte, ging ich ins Krankenhaus, um mein Auge von einer Krankenschwester untersuchen zu lassen. Es waren keine Scherben mehr darin. Also dankte ich dem Herrn dafür, dass Er mir mein Auge erhalten hatte. Ich glaube, dass Jesus mir dadurch zeigte, wie wichtig es für mich ist, auf Seine Stimme zu hören.

Lebensstil
Den Rest des Jahres 1973 verbrachte ich damit zu arbeiten, meine Freizeit mit meiner Verlobten zu verbringen, christliche Treffen zu besuchen und mich an christlicher Arbeit zu beteiligen. Jeden Abend, bevor ich zu Bett ging, nahm ich mir einige Zeit, um in der Bibel zu lesen und zu beten. Ich entdeckte ständig neue Dinge und fühlte mich wie bei einem übernatürlichen Abenteuer, wo buchstäblich alles zu jeder Zeit passieren kann.

Wassertaufe
Das Neue Testament beschreibt die Taufe als eine Bezeugung des Glaubens, die mit dem Untertauchen in Wasser einhergeht, um zu symbolisieren, dass wir dem ‚alten Leben' sterben und in das ‚neue Leben in Christus' hinein auferstanden sind. Dieses neue Leben erlebte ich jetzt. Die Taufe, die ich erhalten hatte, vermittelte dies nicht, und ich entschloss mich, es richtig zu machen, so wie es im Neuen Testament beschrieben wird - es genügte nicht, den ganzen Zusammenhang zu verstehen, das Wort zu befolgen, war gefragt. Ich wollte nichts von dem verpassen, was Gott anbot, weil ich nachlässig mit Seinen Anweisungen umging. Da ich nicht behaupten konnte, ein Experte in geistlichen Dingen zu sein, konnte ich es mir nicht erlauben, bei Dingen einen Kompromiss einzugehen, die ich sehr wohl tun konnte, weil die Bibel sie mir klar zeigte. Aber zuerst musste ich warten, bis das Taufbecken der Kirche, die ich nun besuchte, erneuert worden war. (Ein Taufbecken ähnelt einem kleinen Schwimmbecken im Fußboden.) Im Herbst 1973 wurde ich getauft. Wenn man jedoch das Buch der Apostelgeschichte betrachtet, das die Erfahrungen der ersten Christen beschreibt, so glaube ich, dass die Taufe normalerweise so bald wie möglich, nachdem man Jesus als Retter angenommen hat, stattfinden sollte.

Schrecken bei Nacht und die Macht des Namens Jesu
Eigentlich sollte man meinen, dass von dem Zeitpunkt an, als ich mein Leben Gott übergeben hatte, alles ziemlich unkompliziert wurde. Das war überhaupt nicht der Fall. Oft wachte ich mitten in der Nacht völlig verängstigt auf und hatte das starke Gefühl, dass etwas Böses neben mir im gleichen Zimmer war. Nur das Aussprechen der Worte „Jesus Christus" bewirkte, dass die Erscheinung sich sofort zurückzog. Dies geschah häufig. Eines Abends, als ich vor dem zu Bett gehen betete, fragte ich Jesus, ob es eine Schriftstelle in der Bibel gäbe, die ich lesen sollte, um mich um dieses Problem zu kümmern. (Ich muss zugeben, dass ich größtenteils immer noch nicht wusste, was in der Bibel stand, obwohl ich sie gelesen hatte - besonders das Alte Testament kannte ich nicht gut.) Als ich dieses Gebet ausgesprochen hatte, war die Antwort, die mir sogleich in den Sinn kam, der 91. Psalm. In diesem Psalm steht der Vers: ‚Du fürchtest dich nicht vor dem Schrecken der Nacht'. Obwohl ich das Problem nach dem Lesen dieses Psalms immer noch hatte, war mir doch jetzt das Versprechen gegeben, dass es keinen Grund gab, mich davor zu fürchten. Zwei oder drei Wochen später, wachte ich mit kaltem Angstschweiß und völlig verstört auf, da ich das Gefühl hatte, direkt vor dem Teufel selbst zu stehen. Ich traute mich sogar nicht einmal, die Augen zu öffnen. Ich rief zu Jesus und als ich Seinen Namen aussprach, vernahm ich einen hörbaren Schreckensschrei von dieser Erscheinung, als sie schnell aus meinem Zimmer wich. Das Aussprechen des Namen Jesu hatte offensichtlich dem, was mich bedrängen wollte, einen mächtigen Schrecken eingejagt. Gleichzeitig spürte ich, wie Jesus mir in meinem Herzen die Frage stellte: ‚Was ist los, mein Kind?' Damit wollte Er sagen, dass es nichts gab, wovor ich mich zu fürchten brauchte, nun da ich zu Ihm gehörte - Furcht, wenn man einmal darüber nachdenkt, ist fehlender Glaube an Gottes Fähigkeit oder Willen für uns zu sorgen. Offensichtlich erwartet Jesus von uns, dass wir unseren Glauben anwenden. Seitdem wurde ich nie wieder von solch einer Erscheinung heimgesucht. Ich möchte betonen, dass diese Erfahrungen nicht verschwommen, sondern äußerst stark und sehr beängstigend waren. Ich habe das Zeugnis zweier Menschen gehört, die erzählten, dass sie bei Nacht angegriffen wurden, nachdem sie ihr Leben Jesus gegeben hatten. Sie hatten beide Astrologie praktiziert, bevor sie Christen wurden. (Das hatte ich auch getan. Bevor ich Christ wurde, hatte ich auch Tarockkarten gelegt, um die Zukunft vorauszusagen. Als ich die Karten in einen leistungsstarken Papiershredder warf, sank plötzlich die Raumtemperatur und ließ mich vor Kälte erzittern. Ich hatte nicht erwartet, dass so etwas passieren würde. Kurz zuvor hatte ich die Maschine benutzt, um andere Dokumente zu zerkleinern, ohne dass es solche Auswirkungen gab.)

Ich sehe Jesus, Überführung und Annahme
Während  der nächsten Monate, lebte ich weiter in meinem neuen Glauben, ging zu Treffen, Bibelstunden und Gebetsversammlungen und nahm an einer ‚Evangelisation' in einer südenglischen Kleinstadt teil. Meine Verlobte sang in einem Gospelchor. Ich ging auch oft mit ihnen zu Versammlungen und erzählte dort, was mit mir geschehen war. Ich führte eine Person zum Glauben und ermutigte andere - ich tat eigentlich nichts Spektakuläres.
Meine Verlobte und ich beschlossen, unsere Flitterwochen in Nordwales zu verbringen, da wir ein paar Christen aus dieser Region treffen wollten. Man hatte uns erzählt, dass ihre Glaubensweise der unseren ähnlich war. Wie die meisten Flitterwochen, von denen ich gehört hatte, waren auch unsere von einigen kleineren Ärgernissen geprägt (zum Beispiel hatte das Hotel meine Reservierung nicht beachtet, weil ich sie telefonisch gemacht hatte!)
Eine religiöse Person, die ich ziemlich gut kannte, sagte mir einmal, dass die Ehe das Zweitbeste ist, und dass man als Christ eigentlich ein eheloses Leben führen sollte. Obwohl ich dies als ‚übertrieben geistlich' von mir schob und dachte, dass es vielleicht für diese Person in Ordnung sei, ich aber nicht dafür geschaffen sei, hatte der Gedanke doch einen Zweifel in mein Gewissen gesät, der mir von Zeit zu Zeit wieder einfiel. Der Zweifel war unvernünftig, aber kein Beweisgrund konnte ihn vertreiben. Am ersten Abend unserer Flitterwochen kam mir dieser Zweifel wieder in den Sinn. Natürlich besprach ich das Problem nicht mit meiner Frau, sondern wie mit allem, was mich persönlich beunruhigte, fragte ich den Herrn. Als ich meine Bibel aufs Geratewohl aufschlug, sprang mit sofort ein Vers aus dem Alten Testament  ins Auge, so als wäre er hervorgehoben: Wer eine Frau findet, hat etwas Gutes gefunden - und ich wusste, dass der Herr mir geantwortet hatte. Dieses Problem ist seitdem nie wieder aufgetaucht. Nach mehr als 30 Ehejahren kann ich immer noch sagen, dass meine Frau zu heiraten, die allerbeste Entscheidung war, die ich je getroffen habe, mit Ausnahme meiner Lebensübergabe an Jesus.
Am Dienstag nach unserem ersten Wochenende, besuchten meine Frau und ich die kleine christliche Gemeinde, um uns mit den Leuten bekannt zu machen. Als wir am nächsten Tag durch das Dorf spazierten, hielt der Pastor mit seinem Auto neben uns an und erzählte uns, dass der Herr ihm den Eindruck gegeben hatte, uns am folgenden Tag zum Essen einzuladen. Wir nahmen die Einladung an und erschienen am Donnerstag pünktlich zum Mittagessen. Wir saßen an einem großen Tisch mit etwa einem Dutzend anderer Leute. Aus irgendeinem Grund kam es dazu, dass ich alle meine spirituellen Praktiken schilderte, die ich ausgeübt hatte bevor ich Christ wurde, nämlich wie ich die Zukunft anhand von Tarockkarten und Astrologie voraussagte. Sie widmeten mir ihre volle Aufmerksamkeit und hörten mir schweigend zu, während sie zu Mittag aßen. Nach dem Essen klopfte mir der Pastor sanft auf die Schulter und bat mich, mit ihm in das gegenüberliegende Zimmer zu kommen (wir waren in einem großen viktorianischen Haus am Fuße eines Hügels, mit einer wunderbaren Aussicht auf die Bucht) und ihm meine Erfahrungen noch einmal im Einzelnen zu schildern. Unsere Frauen und eine alleinstehende Frau kamen mit und alle hörten aufmerksam zu, als ich noch einmal die ganze Geschichte erzählte. Der Pastor sagte dann zu mir, dass ein Christ, der ein gottesfürchtiges Leben führt, für mich beten sollte. Ich war mir sicher, dass er der Richtige war und bat ihn, hier und jetzt für mich zu beten. Während er für mich betete und seine Hand auf meinen Kopf legte, schien es mir, als ob mich etwas, das mich lange Zeit niedergedrückt hatte, geradewegs verließ. Es war kein sehr dramatisches Ereignis, aber ich habe es der Vollständigkeit wegen mit angeführt. (Seitdem habe ich erlebt, wie aus Menschen andere widerwärtige Persönlichkeiten schreien, rufen und reden, wie Menschen Krämpfe bekommen, sich wie Schlangen winden und wie Tiere verhalten, während Dämonen aus ihnen ausfahren. Gott sei Dank ist mir das nie passiert.)
An diesem Abend erzählte ich meiner Frau von meiner Sorge, nicht wirklich gezeigt zu haben, dass ich alles in meinem Leben Gott übergeben hatte. Ich war wirklich unruhig, weil ich dachte, dass Gott von mir verlangte, buchstäblich alles aufzugeben, auch meine Ehe, um ein Vagabund zu werden. Dadurch würde ich zeigen, dass es in meinem Leben nichts mehr gab, woran ich festhielt. Sie sagte mir, dass Gott dies nicht unter völliger Hingabe verstand, und dann schlief sie ein. Ich war jedoch hellwach und zerbrach mir den Kopf darüber, was Gott von mir wollte. Plötzlich stand mir am Fußende unseres Bettes jemand gegenüber, der ganz weiß gekleidet war. Diese Person war etwa zwei Meter groß und seine weiße Kleidung leuchtete wie der Blitz. Ich sah Sein Gesicht und Seinen Bart, aber ich konnte Seine Gesichtszüge nicht erkennen, da das Licht so grell war. Trotz der Helligkeit des Lichts, war ich nicht geblendet, und ich konnte Ihn immer noch ansehen, ohne die Augen zusammenkneifen zu müssen. Noch beängstigender war, dass diese Person schrecklich stark, durch und durch rein und heilig war (etwa wie ein geistliches Bleichmittel) - Worte reichen nicht aus, um dieses Erlebnis angemessen zu beschreiben. Ich konnte erkennen, welch eine abscheuliche und egoistische Kreatur ich wirklich war. Ich fragte mich, wo ich mich vor diesem Heiligen Wesen verstecken könnte, wohin ich verschwinden oder wie ich einfach aufhören könnte zu existieren, um von Ihm loszukommen, denn ich merkte, dass nichts in mir Seine Gegenwart ertragen konnte. Noch immer bewegten mich diese Gedanken und ich fühlte mich äußerst bestürzt, doch dann fing ich an, völlige Vergebung für meine schmutzige, egoistische Natur zu verspüren. Während mir zuvor all die egoistischen und unreinen Dinge, die ich in meinem Leben getan hatte, vergeben wurden, so wurde mir jetzt für das, was meine Person ausmachte, vergeben. Mir wurde nun gezeigt, dass ich ein Recht darauf hatte zu leben, weil Er beschlossen hatte, dass Er mich am Leben haben wollte. Es hatte nichts mit mir zu tun, oder mit dem, was ich getan hatte. Da fühlte ich wie Seine absolut selbstlose Liebe mit gewaltigen Wellen über mich kam und mich mit immer größerer Kraft und Intensität umgab. Ich sah, dass Er mich direkt anschaute und Seine ganze Aufmerksamkeit auf mich richtete, auf mich ganz allein. Die Macht Seiner Liebe wurde so groß, dass ich das Gefühl hatte, als sei ich ganz mit Ihm vereinigt und völlig von Ihm verzehrt. Dann begann ich ängstlich zu werden und fühlte mich etwas beunruhigt - bedingungslose Liebe war neu für mich, insbesondere mit dieser Kraft. Selbst gewöhnliche Liebe war für mich ungewohnt. Es hatte einige Zeit gedauert, bevor ich es lernte, meiner Frau zu sagen, wie sehr ich sie liebte und dabei fühlte ich mich ganz unsicher. Ich fing an, mich von Seiner Liebe loszureißen. Er zog sich sanft zurück und verließ langsam den Raum.
Das ganze Erlebnis kann man unmöglich in Worte fassen - es war zu gewaltig und unbeschreiblich. Ich hatte wirklich das Gefühl, als ob ich völlig aus der Welt herausgenommen und mit Ihm verschmolzen sei. Der Jesus, den ich sah, war viel größer als Er im Neuen Testament beschrieben wird. Er war noch vollständiger mit selbstloser Liebe, Reinheit und Kraft gefüllt. Ich will damit nicht sagen, dass mein Erlebnis größer war als jene, die im Neuen Testament beschrieben wurden, sondern einfach nur, dass die menschliche Sprache nicht ausreicht, um Ihn zu beschreiben. Es gibt nichts auf dieser Welt, womit man Ihn vergleichen könnte, also waren die Schreiber des Neuen Testaments ebenso begrenzt, als es darum ging auszudrücken, was sie sahen. Man muss sich die Hingabe einiger Seiner Jünger ansehen, um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Wirkung Seine Persönlichkeit auf die Menschen hatte. Es ist kein Wunder, dass die Schreiber des Neuen Testamentes ein neues Wort für Gottes Liebe einführen mussten, die selbstlose Liebe. Mit selbstlos meine ich, völlig ohne Rücksicht auf das eigene Ich - buchstäblich 100 Prozent.
Mir ist nun klar, warum Sein ganzes Interesse bei der Verurteilung und Kreuzigung den anderen Menschen galt: Pilatus, der Ihn verhörte, den Menschen, die Ihn misshandelten, den Frauen, die um Ihn weinten, dem Dieb am Kreuz neben Ihm und Maria, Seiner Mutter. Er sorgte sich überhaupt nicht um sich selbst, obwohl Sein Leib gerade mit sengendem Schmerz von Kopf bis Fuß zu Grunde ging. Als Er im Garten Gethsemane war und sich mit dem, was Er bald erleiden würde, abgefunden hatte, galt Sein ganzes Interesse von da an nur noch denen, die um Ihn herum waren. Das ist Seine wahre Natur.

Sohnschaft
Ein paar Tage später, als meine Frau und ich mit dem Zug nach Hause fuhren, sprach Gott wieder unerwartet zu meinem Herzen. Diesmal zeigte Er mir, dass ich Sein Sohn und Er selbst mein wahrer Vater ist. Mein natürlicher Vater sollte einfach nur für meine körperlichen Bedürfnisse sorgen.

Sinn für Humor
Als der Zug in den Bahnhof einfuhr, stand ich auf, um meinen Mantel anzuziehen. Als mich meine Frau fragte, warum ich ‚diesen schweren Mantel' anziehe, wo doch draußen die Sonne schien, antwortete ich scherzhaft: „Wir sind in England und das Wetter ist hier unberechenbar; es könnte regnen, hageln oder sogar schneien!" Kaum waren wir aus dem Zug gestiegen, wurden wir von Regen, Schnee und Hagel begrüßt - all das geschah innerhalb von ein paar Minuten bei schönstem Sonnenschein!

Bestätigung
Als ich mir wieder einmal den Kopf darüber zerbrach, was „geführt vom Heiligen Geist" bedeutet, kniete ich nieder und fragte Jesus, was ich in einer bestimmten Angelegenheit tun sollte. Er antwortete, dadurch dass Er mich mit Seiner Liebe und mit der Gewissheit durchflutete, dass es egal war, was ich tat. (Natürlich war das keine Erlaubnis, zu einem sündigen Leben zurückzukehren.) Dies mag vielleicht banal erscheinen, aber ich hatte irgendwie das Gefühl, als ob ich Christus zurückgewiesen hätte, als Er mir erschienen war, weil ich mich von Ihm losriss, da ich mit der Kraft Seiner Liebe nicht umgehen konnte. Gott zeigte mir nun ganz klar, dass Er meine Reaktion keinesfalls als persönliche Zurückweisung aufgefasst hatte.

Mein Leben seit jenen Tagen
Seitdem waren meine Gotteserfahrungen nicht mehr so häufig und sicherlich nicht mehr so intensiv. Wir sind schließlich dazu berufen, unser Leben aus dem Glauben zu leben und nicht von Zeichen und Wundern abhängig zu sein. Ich glaube jedoch, dass Er mir in den letzten 30 Jahren genug gegeben hat, um Zeiten der Prüfung zu überstehen, und ich freue mich immer noch darauf, später einmal in Seiner Gegenwart zu sein. Ich erlebe oft, dass meine Gebete erhört werden. Immer wieder gibt mir der Herr Jesus eine unverkennbare Gewissheit inmitten schwieriger Zeiten. Es gab eine Zeit, als ich von anderen und sogar von denen, die mir nahe standen, für dumm gehalten wurde. Jesus hat meine mir angeborenen Fähigkeiten freigesetzt und es mir ermöglicht, viel zu erreichen, ganz zu schweigen von der Gnade, die ich von Ihm empfangen habe, in Form von materieller Versorgung und Chancen, die sich mir boten. Ich kann ehrlich sagen, dass ‚ich alles tun kann durch Christus, der mir Kraft gibt'. (Er hat mich mit inneren Talenten ausgerüstet, die weit über die Fähigkeiten hinausgehen, die ich normalerweise habe, um mit schwierigen Umständen fertig zu werden und Ziele zu erreichen - ich habe dies immer und immer wieder erlebt.) Von Zeit zu Zeit ermutigen meine Frau und ich gemeinsam andere in ihrem Glauben. Ich arbeite vollzeitlich als technischer Übersetzer und meine Frau unterstützt meine Arbeit, indem sie für mich das Korrekturlesen übernimmt.

Was mir all dies bedeutet
Ich glaube, dass Jesus ein Interesse daran hat, sich jedem zu offenbaren. Was ich selbst erlebt, erreicht und gesehen habe, ist nur ein wenig von dem, was Gott wirklich für uns bereithält. Ich kann ehrlich sagen, dass der Beschluss, Jesus in mein Leben einzuladen und mich Ihm völlig unterzuordnen, die wichtigste Entscheidung in meinem Leben war, und diese Entscheidung zu treffen, habe ich seither nie auch nur für einen Augenblick bereut. Ich habe dies alles aufgeschrieben, um Sie, lieber Leser, dafür zu gewinnen, ernsthaft darüber nachzudenken, wohin Ihr Leben führt. Und ich möchte Sie ermutigen, auf Jesus und das, was Er für Sie bereithält, einzugehen.


Übersetzt von Gisela Hoffmann
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von James Christian Petzold
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